Bunt: Wie Thai-Ärzte ihr Geld verdienen.

Kürzlich waren wir bei einem Knochen-Doktor (Orthopäden) in Pak Chong, da wir beide ein paar kleine Wehwehchen im Knochenbau haben. Das ist ein schönes Bespiel zu erläutern, wie thailändische Ärzte ihr Geld verdienen bzw. ihr Gehalt aufbessern.

Zum einen wundert man sich, dass die meisten Ärzte Öffnungszeiten von 17 bis 20 Uhr haben. Die Erklärung: eigentlich arbeiten sie in einer Klinik, haben aber in ihrer „Freizeit“ noch eine Praxis für Laufkundschaft. Meisten sind die Wartezimmer zu Straße ganz offen, dort ist dann eine Theke mit zwei bis drei Mitarbeitern und das Besprechungszimmer.

Wir kamen bei unserem Arzt recht schnell dran, er nahm sich viel Zeit, um zu untersuchen und alles zu erklären. Dann gab es bei mir eine Spritze in den Allerwertesten. Danach ging es dann wieder in den Warteraum, wo schon ein Mitarbeiter die Verpackung der Tabletten vornahm – denn die Tabletten bekommt man direkt beim Arzt, und nicht zu wenige, denn daran scheint der Arzt am meisten zu verdienen.

Ausbeute eines Arzt-Besuchs

Einige Standard-Tabletten werden aus großen Gläsern mit einem Löffel entnommen und in kleine Plastik-Tütchen gefüllt. Auf der Tüte wird angekreuzt, wieviel, wie oft und wann man die Pillen einnehmen soll. Bei unseren Tütchen stand allerdings nicht einmal drauf, was darin enthalten ist. Bei anderen Ärzten steht es oft drauf.

Unser Spritze, Pillen, Creme + Untersuchung und Beratung für zwei Personen kosteten 1.200 Baht (29 Euro) – allerdings hat das Ganze letztlich keine Besserung gebracht.

© 2013 Wir in Pak Chong | Frank Zander

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